Schon im 16. Jahrhundert befanden sich im damals gotischen Dom mehrere Orgeln welche beim großen Stadtbrand 1662 mit zerstört wurden. In den folgenden Jahrhunderten wurden von den Passauer Orgelbaumeistern Leopold Freundt, Johann Ignaz Egedacher und Martin Hechenberger mehrere Orgeln für die Domkirche gefertigt. Die Firma Georg Friedrich Steinmeyer aus Öttingen errichtete dann von 1924 bis 1928 (unter anderem auch in Zusammenarbeit mit dem damaligen Thomaskantor Prof. Karl Straube), verteilt auf fünf räumlich getrennte Orgeln, die größte Kirchenorgel der Welt mit 208 klingenden Registern. Die Hauptorgel befand sich wie auch beim heutigen Instrument in dem vom Passauer Bildhauer und Architekten Joseph Matthias Götz gefertigten Gehäuse aus dem Jahre 1731.

Dom Grundriss

Die jetzige Domorgel wurde in den Jahren 1978 bis 1981 von der Passauer Orgelbaufirma Ludwig und Wolfgang Eisenbarth erbaut. Sie verfügt über 233 klingende Register mit 17.774 Pfeifen sowie 4 Glockenspiele, verteilt auf fünf selbständige, in sich geschlossene Orgeln. Die Register stehen auf Schleifwindladen, die Traktur ist wahlweise mechanisch oder elektrisch. Die vom früheren Domorganisten Walther R. Schuster erstellte Disposition sollte bei einer Orgel des ausgehenden 20. Jahrhunderts die guten Bau- und Stilelemente aller Orgelbauepochen vereinen und weiterführen mit dem Ziel eines für die Wiedergabe jeder Literatur geeigneten Instruments.

Hauptorgel
Die Hauptorgel besitzt auf 4 Manualen und Pedal 126 klingende Register. Ein Auszug von 77 Registern ist von einem Spielschrank aus mechanisch spielbar, wobei die elektronische Setzerkombination für die Register mitbenützt werden kann.
  Spielschrank Hauptorgel

 

Epistelorgel

Auf der Westempore der Seitenschiffe steht südlich die Epistelorgel mit 25 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Diese Orgel ist von einem eigenen freistehenden vollmechanischen Spieltisch spielbar, bei dem die Windversorgung auch durch Bälgetreter möglich ist.

Die Nordseite der Westempore beherbergt korrespondierend hierzu die Evangelienorgel, welche über 22 Manual - und 3 Pedalregister verfügt und vom Hauptspieltisch aus gespielt wird.

Evangelienorgel

 

Chororgel

Im Altarraum befindet sich die Chororgel, deren 38 Register von einem Spielschrank mit 3 Manualen und Pedal mit mechanischer Traktur gespielt werden können.

Über dem mittleren Gewölbejoch des Langhauses steht die Fernorgel (15 Manual - und 4 Pedal - register), deren Klänge durch das mit einem Ziergitter verschlossene "Heiliggeistloch" kommen.

"Heiliggeistloch"

 

Chororgelspieltisch

Die Fernorgel kann sowohl vom Spieltisch der Chororgel wie auch vom Haupt- spieltisch auf der Empore gespielt werden.

Der Hauptspieltisch, von dem aus alle 5 Orgeln gespielt werden können, besitzt 5 Manuale und Pedal mit elektrischer Traktur sowie eine elektrische Registersteuerung mit einem 4000 - fachen elektronischen Setzer in modernster Digitaltechnik.

Hauptspieltisch